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Katha
Gast
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| Neue Deutsche Welle - Kunst oder Mode |
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Neue Deutsche Welle - Kunst oder Mode
Erstveröffentlichung: Buch 1984 / Ullstein
Kaum war die Neue Deutsche Welle verebbt, wurde schon darüber spekuliert, wofür sie gut war. Döpfner und Garms, beide heute sehr hohe Tiere in der Medienbranche, haben versucht, das Ganze von der wissenschaftlichen Seite anzugehen. Es beginnt mit einem kleinen Exkurs von der Punkzeit bis zum Hass, der ab 1983 der neuen Welle entgegenschlug. Die Texte sind anfangs recht theoretisch und kompliziert gehalten, oftmals ein wenig zu bemüht klug klingend. Dann werden die Stilmerkmale der Neuen Deutschen Welle offengetan und fünf bekannte Songs Takt für Takt auseinander genommen, mit dem Fazit, das DAF totale Stümper sind, die ihre Fans verarschen und Nena die Creme de la Creme. Es folgt ein Interview mit Markus-Produzenten Axel Klopprogge, das entlarvend scheinen soll, die politischen Ambitionen der Musiker und der damaligen Jugend, weiter geht es mit Spliff und Konsorten und eine Nachbetrachtung. Sicherlich, man kann sehr wohl sagen, dass es viele Infos gibt zu der damaligen Zeit und dass das Buch interessant ist zu lesen, aber man muss zwei Sachen eindeutig sagen: Eine Nachbetrachtung der NDW ist aus dem Jahre 1984 einfach viel zu früh, die Autoren konnten noch gar nicht absehen, inwieweit die NDW die Musik wirklich beeinflusst hat, insofern ist aus heutiger Sicht das Niedermachen von DAF erst recht peinlich. Ihr Einfluss auf die Electro-Szene – und zwar weitweit – ist unbestreitbar. Selbst die Einstürzenden Neubauten werden mit nur zwei oder drei Sätzen bewusst nicht weiter beachtet. Und NDW-Fans wie mir stößt es noch viel bitterer auf, dass hier Bands wie Nena, Geier Sturzflug, Spliff und Konsorten als die großen Helden gefeiert werden, während die Innovationen wirklich aus dem Untergrund kamen. Aber, wie gesagt, davon abgesehen kann man sich schon herrlich amüsieren, insbesondere beim Interview mit Herrn Klopprogge oder bei den lächerlichen und akribisch-sinnfreien Songanaylsen (Eiszeit, Der Mussolini, 99 Luftballons, Da Da Da und Ich will Spass). Da kommt einen doch immer wieder der Satz „Über Musik zu schreiben ist wie zu Architektur zu tanzen“ in den Sinn.
Gruss Katha
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23.10.2007 13:21 |
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Topas
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Ich denke so wirds aber immer weiter gehen - wer weiss heutre schon , wie NDW in weiteren 20 Jahren, also im Jahr 2028 bewertet wird ?
Musik ist etwas sehr subjektives, jeder hat eine andere Empfindung zu einer bestimmten Platte. Von daher würde ich auch im allgemeinen mehr auf mein Gefühl verlassen, weil sonst bin ich verelassen .
Dazu zählt auch die Frage der Bewertung, jede Medaille hat zwei Seiten, und einer Band oder einem Artisten irgendwelche Rolle zu zu definieren halte ich nicht für angebracht. Natürlich kann mensch sagen, dass ( hier ) Nena besonders viel dazu beigetragen hat, gleiches für Geier Sturzflug. Eben wegen der subjektivität hat jeder ein Anspruch darauf zu sagen " Gut " oder " Schlecht". Weil sonst wäre es eine Einheitsmeinung, und dass glaube ich wäre doch sehr Realitätsfremd. Aber nichts destotrotz bin ich der selben Meinung wie du, dass die angesprochene Subjektivität ( bitte jetzt nicht lachen ) erst im Laufe der Zeit objektiver wird.....zumal es sich hier ja um eine Darstellung mit dem Ziel der Medien- und Publikationswirksamkeit handelt.
Gruss Tobias
__________________ Aktuelle Lieblingsplatte(n) :
Beegees : Paying the price of love ( 1993)
Tears for fears : Tears roll down ( original 1989)
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18.02.2008 23:00 |
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